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Zur Weltmeisterschaft nach Texas

20 Mai 2016 Von: Andreas Haug und Christian Maier, szbz.de

Formel 1 Teams des Gymnasiums Unterrieden fahren in die USA / Erfolgreich in Babelsberg

Gerade einmal sechs Wochen nach den Titeln bei den baden-württembergischen Meisterschaften gibt es die nächsten Erfolge für das Gymnasium Unterrieden Sindelfingen zu bejubeln: Es geht nach Texas.

Bei den deutschen Meisterschaften des multidisziplinären Technologie-Wettbewerbs „Formel 1 in der Schule“, Ende April im Filmpark Babelsberg bei Potsdam, präsentierten sich die Unterriedener Rennställe hervorragend und haben sich damit ein Ticket für die Weltmeisterschaften im Oktober in Austin, Texas gesichert.

Sicherlich die größte Überraschung des Wettbewerbs lieferte das Team Endeavour, das nach der baden-württembergischen Meisterschaft aus jeweils drei Mitgliedern des zweitplatzierten Teams Endeavour vom Kurfürst-Friedrich-Gymnasium Heidelberg und dem drittplatzierten Team Ultimate Pace des Gymnasiums Unterrieden entstand. In nur fünf Wochen musste das Team zusammenwachsen, das Auto konstruieren und fertigen, Box und Portfolio erstellen und schließlich und endlich die Präsentation vorbereiten und üben – denn bei dem Wettbewerb geht es nicht nur um den schnellsten Miniatur-Boliden. Teilnehmer aus anderen Bundesländern hatten dieses Jahr bis zu drei Monate Zeit für die Vorbereitung, die Baden-Württemberger waren mit der letzten Landesmeisterschaft am knappsten dran.

Viel Arbeit in kürzester Zeit: Vor dem Wettbewerb investieren die Schüler oftmals 20 bis 30 Stunden – neben dem normalen Unterricht. „Durch diesen Wettbewerb lernen die Schüler ein optimales Zeitmanagement“, erklärt Dr. Tilmann Berger, Leiter der Formel 1 AG am Unterrieden. Die schulischen Leistungen litten darunter nicht, so Berger, eher im Gegenteil: „Das Niveau der Schüler ist zum Beispiel in Teilbereichen der Physik auf Vordiplomniveau.“

Obwohl sich vieles über Internet und Handy besprechen lässt, sind manche Kooperations-Treffen unerlässlich. Somit mussten die Eltern bei den notwendigen Fahrdiensten zwischen Heidelberg und Sindelfingen deutlich mehr Zeit einplanen. Bei den deutschen Meisterschaften in Potsdam wurden die Teams des Gymnasiums Unterrieden ebenfalls von acht Autos und Bussen begleitet. Trotz der weitesten Anreise aller Teams stellten die Unterriedener mit rund 20 Eltern, Betreuern und Fans die größte Fangruppe – gut erkennbar an den Fan-T-Shirts mit der Aufschrift „Mir sen granademäßig subber!“.

Durch die intensive, stadtübergreifende Kooperation, getragen vom unbedingten Willen, das Beste zu geben, wurde ein Team geschmiedet, bei dem sich von außen betrachtet nicht mehr feststellen ließ, welcher Schüler ursprünglich von welcher Schule stammte. Wie gut sich das Team Endeavour zusammengefunden hatte, wurde schon im Laufe des Wettbewerbes ersichtlich. Dass es aber zum insgesamt zweiten Platz von 17 angetretenen Senioren-Teams reichte, übertraf alle Erwartungen. Mit dieser Leistung haben sich die sechs Schüler einen Startplatz bei der Weltmeisterschaft, die im Oktober in Austin, Texas, stattfindet, erkämpft.

Ebenfalls hervorragend schlug sich das Junioren-Team des Gymnasiums Unterrieden Sindelfingen, Flawless, das einen sehr guten vierten Platz erreichte. Den Sonderpreis „Bestes Portfolio Junior“ hat sich das Team redlich verdient. Somit muss man sich auch um die Nachwuchsarbeit am GUS keine Sorgen machen. Diese funktioniert deshalb so gut, weil erfahrene Schüler ihr Wissen an die jüngeren weitergeben. So betreuen die WM-Teilnehmer vom vergangenen Jahr die jüngeren Teams; Victoria Mau kümmert sich um das Team Flawless, Felix Mühlenberend und Maren Kustermann betreuen das Team Ultimate Pace, das für die deutsche Meisterschaft mit Endeavour fusionierte.

Die unzähligen Stunden, die die Schüler zusätzlich zu Unterricht und Hausaufgaben investierten, haben sich gelohnt. Ohne die Unterstützung und das Engagement der verantwortlichen Lehrer, Dr. Tilmann Berger und Sebastian Christoffel, und aller beteiligten Eltern wäre solch ein Projekt jedoch nicht möglich. Ebenso wichtig ist die Unterstützung von Sponsoren und Industrie; allen voran sei die Maichinger Firma Fischer GmbH genannt, die den Boliden des Teams Endeavour unentgeltlich gefräst hat.