15 Juli 2010
Von: Westfalen-Blatt

Formel 1 in der Schule auf den Paderborner Wissenschaftstagen
»Experimentieren, ausprobieren und entdecken sind ausdrücklich erwünscht«, sagte HNF-Geschäftsführer Dr. Kurt Beiersdörfer bei der Eröffnung der dreitägigen Veranstaltung, zu der sich jede Menge Schulklassen aus ganz Nordrhein-Westfalen angemeldet haben. Nachmittags sind Familien an den Rechnern und in den Laboren willkommen.
»Einfach klasse«, schwärmt Hendrik Schwöppe und lenkt sein Versuchsfahrzeug über eine virtuelle Dorfstraße. Auf dem Monitor kann der Elfjährige die Strecke verfolgen, während die Räder übers Kopfsteinpflaster ruckeln und das Fahrwerk sich spürbar in
einer Kurve neigt. Mitarbeiter der Paderborner Universität erklären die technischen Raffinessen des Testmobils. Am Stand nebenan experimentieren Julia vom Schemm und Miriam Bott im Biolabor mit Bakterienkulturen, während Realschüler aus Rheine
Formel 1-Modelle mit einer Geschwindigkeit von bis zu 70 Stundenkilometern
über eine Versuchspiste jagen.
»Das Interesse der Kinder ist groß«, stellt Claudia Schnell fest, die insbesondere Mädchen auf so genannte MINT-Berufe aufmerksam machen möchte (Mathematik,
Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Charlotte Meykranz und Pia Kilian lassen am MINT-Stand mit Hilfe einer einfachen Verknüpfung von Drähten und Batterien eine Klingel schellen.
Vor der Museumstür warten rollende Unterrichtsräume auf Besucher. Wie Genforschung funktioniert und wie sich Strom sparen lässt, das können Schüler selbst ausprobieren. Die Bobbycars, die sie über einen Slalomparcours lenken, erhalten ihren Antrieb durch Muskelkraft: Ein Mitschüler auf dem Fahrrad sorgt durch fleißiges Pedaltreten dafür, dass sich der Auto-Akku füllt.
Physik durch eigenes Tun begreifen: Sicher hätten auch dem Lehrer alter Schule diese Wissenschaftstage Vergnügen bereitet.
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